Christa Nothtroff – »es nimt mich wunder«

Folge dem weißen Kaninchen!


Eröffnung am Samstag, 7. März 2021 um 19 Uhr


Ausstellung vom 7. bis 28. März 2021


Alice im Wunderland
Der Klassiker der Weltliteratur ist eines der beliebtesten englischen Bücher. Sein Autor Lewis Carroll zieht seit mehr als 150 Jahren damit zahlreiche Leser in seinen Bann. Kein Wunder: Der britische Schriftsteller hatte als Fotograf, Mathematiker und Diakon noch viel mehr auf Lager, als einfach nur Geschichten zu erzählen. Mit seiner Begabung, Logik und Fantasie auf ganz eigene Art zu verknüpfen, verzaubert er nicht nur Generationen von Kindern, sondern auch von Erwachsenen. Eine von ihnen ist die Künstlerin Christa Nothtroff, für die Texte schon immer ein unerschöpfliches Reservoir darstellen.

Aus einem Impuls entsteht eine neue Welt
»Da gibt es einen Impuls und plötzlich tut sich eine ganze Welt auf«, beschreibt Christa Nothtroff ihr serielles Arbeiten – was nicht bedeutet, dass sie einzelne Bilder in Serie anbietet. Vielmehr meint sie damit ihr ausgedehntes Arbeiten an einem Thema, während sie die Buchinhalte zunächst malerisch, grafisch und in Schriftform umsetzt. Der Text ist dabei nur Ausgangspunkt für einen ganz eigenen, gefühlvollen Weg der Auseinandersetzung.

Es nimmt mich wunder
– ein schönes Wortspiel, in dem so viel steckt wie in dem Werk, um das sich die Ausstellung dreht. Die Welt des 7-jährigen Mädchens bringt uns zum Staunen und rührt uns immer wieder an, stecken doch so viele Lebensweisheiten darin, die heute noch genau so gelten wie gestern. Diese hat Christa Nothtroff zum Beispiel auf Teegeschirr platziert, das uns an die tolle Teegesellschaft rund um den Hutmacher erinnert, mit dem Alice immer wieder zusammenkommt.

Das weiße Kaninchen ist eine weitere der Schlüsselfiguren des Romans, die erste Figur überhaupt, ihr folgt Alice in die Anderwelt, in der Traum, Märchen und Nonsens miteinander verschmelzen. Doch auch wenn die Logik immer wieder außer Kraft gesetzt wird: Die philosophischen Gedanken zu Zeit und Raum, Nähe und Distanz bleiben bestehen, heben uns auf neue Entwicklungsstufen, von denen sich Christa Nothtroff beflügeln ließ. Wie gern folgen wir nun ihr in ihre Welt der Imagination, in der sie sich in unterschiedlichsten Materialien ausprobiert. Immer wieder zeigen sich Schriften, Botschaften, die beseelen – und eine Linie, von der alles ausgeht, die sich jedoch weiterentwickelt, ihre Form in Draht offenbart und schließlich auch zu außergewöhnlichen dreidimensionalen Objekten führt.

Neu: Aberwitzige FantasieObjekte
Alice und die verordnete Corona-Ruhe haben Christa Nothtroff die Freiheit geschenkt, mal ganz anders zu arbeiten, Materialien zu sammeln und auszuwählen, die sonst keine Schätzung in der Kunst erfahren. Der schöpferische Prozess des Verbindens zu einem immer runden Ganzen verschaffe ihr so viel Versenkung, dass dabei auch eine wirkliche und weit größere Serie entstand als ursprünglich geplant. Das Ergebnis ist erstmals und hängend im Spitäle zu sehen und zeigt das Wunderbare von angeblich Wertlosem, herrlich (wert)frei ohne einengende Titel.

Sich wundern ist ein Seelenzustand, dem wir viel öfter folgen sollten, schließlich erweitert er unsere Wahrnehmung und eröffnet uns einen anderen Blick auf die Welt!