»Tracing Shadows« basiert auf der Überzeugung, dass Kunst und Poesie heilende Wirkung haben – für Künstler, für Gemeinschaften und für Orte.
Die Ausstellung, für diesen Ort und diesen Moment geschaffen, bringt Stimmen, Erinnerungen und Emotionen aus Vergangenheit und Gegenwart ans Licht. Sie bildet die Brücke zwischen persönlicher Erinnerung und kollektiver Wahrnehmung, schafft Raum für Empathie und Reflexion.
»There is a crack in everything, that’s how the light gets in.« — Leonard Cohen
Ein gemeinsames Projekt der VKU und dem Johanna-Stahl-Zentrum / Shalom Europa, Würzburg
Schirmherrschaft: Dr. Josef Schuster, Präsident Zentralrat der Juden in Deutschland
Ausstellung vom 29. Mai bis 21. Juni 2026 im Spitäle
Eröffnung am Donnerstag, 28. Mai 2026 um 19 Uhr
Ausstellung im Johanna-Stahl-Zentrum
Ausstellung vom 31. Mai bis 21. Juni 2026, Eröffnung am Sonntag, 31. Mai 2026 um 11 Uhr
Rahmenprogramm (zu beiden Ausstellungen) im Spitäle:
- Mittwoch, 3. Juni, 19:30 Uhr
Lesung mit David Ian Hanauer - Sonntag, 14. Juni, 19:30 Uhr
Active Listening Circle Workshop / Dr. Dafna Rehavia: Connecting to one’s self - Dienstag, 16. Juni, 19:30 Uhr
Lisa Kuttner: Tanzperformance Tracing Shadows
Emanuella Amichai liest Gedichte ihres Vaters Jehuda Amichai - Donnerstag, 18. Juni, 19:30 Uhr
Vortrag von Dr. Roland Flade: Juden und Jüdinnen in der Würzburger Kulturszene
Rahmenprogramm (zu beiden Ausstellungen) im Johanna-Stahl-Zentrum:
- Dienstag, 9. Juni, 19:30 Uhr
The One-Word Poem Workshop / David Ian Hanauer: Exploring Personal Shadows - Donnerstag, 11. Juni, 19:30 Uhr
Vortrag von Dr. Anna Novikov: Juden und Kleidung
Tracing Shadows is rooted in the belief that art and poetry can function as acts of healing—for artists, for communities, and for the spaces that hold them. This exhibition, created for this place and this moment, invites voices, memories, and emotions from both past and present to surface, be witnessed, and shared.
Through sculpture, installation, fiber art, screen printing, video, poetry, and handwritten text, the artists engage with the psychological echoes of familial and inherited trauma. The works do not attempt to resolve these histories, but rather to acknowledge their presence—to trace the shadows they cast across bodies, relationships, and cultures.
By artistically confronting experiences of violence, loss, and silence, the exhibition opens a space for empathy and reflection. It proposes that growth can emerge through acts of recognition, exposure, and care. In this way, Tracing Shadows becomes a bridge between past and present, personal memory and collective experience, inviting a shared dialogue that honors vulnerability, resilience, and the possibility of repair.

David Hanauer: Writer’s Blood – Alfred Hanauer

David Hanauer: Deportation Letter

David Hanauer: Writer’s Blood – Hella Hanauer

David Hanauer: Prayer of Forgiveness

David Hanauer: Yours and Mine

Dafna Rehavia: Secrets

Dafna Rehavia: Kreea Kreeah

Dafna Rehavia: Ascension

Dafna Rehavia: Lost Text

Dafna Rehavia: Rapture repair

Dafna Rehavia: Proposal Re-Pair Echos of trauma and healing

Dafna Rehavia: Silencing

Dafna Rehavia: The sky is my witness

Dafna Rehavia: The sky is my witness
Matthias Engert – Kristin Finsterbusch – Kurt Grimm – Jürgen Hochmuth – Barbara Schwämmle
Künstlerische Idee und Methode der 2009 gegründeten Künstlergruppe Eine Handvoll Kunst ist es, die individuelle ästhetische Praxis ihrer Künstlerinnen und Künstler inhaltlich aufeinander zu beziehen, sich gegenseitig anzuregen und zu ergänzen. Jedes Mitglied der Gruppe entwickelt seit vielen Jahren ein originäres Werk. Getragen wird die Gemeinsamkeit von einem verwandten Verständnis der Ideen und der Gestaltungsprinzipien.
In ihrer achten Ausstellung zeigen Matthias Engert geometrisch konstruktive Metallobjekte, Kristin Finsterbusch innovative Arbeiten auf Papier, Kurt Grimm kraftvolle Eisenskulpturen, Jürgen Hochmuth Auszüge aus seinen Werkgruppen zum Thema Behausung und Barbara Schwämmle keramische Objekte, inspiriert durch pflanzliche Formen der Natur.
Die Hand ist das Werkzeug des Geistes
Ausstellung vom 27. Juni bis 19. Juli 2026 im Spitäle
Eröffnung am Samstag, 27. Juni 2026 um 19 Uhr

Matthias Engert

Kristin Finsterbusch

Kurt Grimm

Jürgen Hochmuth

Barbara Schwämmle
Mehr Informationen in Kürze …
Ausstellung vom 25. Juli bis 16. August 2026 im Spitäle
Eröffnung am Freitag, 24. Juli 2026 um 19 Uhr
Bei den Arbeiten von Gertrud Fiala stehen Skizze und Konstruktion in ihrer jeweiligen Zeichenhaftigkeit im Vordergrund. Der spontane Zugriff im künstlerischen Prozess findet seinen Ausdruck in kraft- und spannungsreichen Kompositionen. Jedem Werk liegt seine eigene Führung und Atmosphäre zu Grunde, die dem Betrachter mannigfache Dialog-Angebote eröffnen.
Mit großer Präzision und Liebe zum Detail entstehen bei Eugen Wilhelm aus Ton lebendige Darstellungen von Tieren. Jede Figur erzählt ihre eigene Geschichte und vermittelt sowohl Stärke als auch Ruhe. Die Ausstellung lädt die Besuchenden dazu ein, die besondere Verbindung zwischen Kunst, Natur und Handwerk zu entdecken.
Hilde Würtheim ist Menschenbildnerin. Durch die Umsetzung in eine Figur überhöht sie die Dargestellten zu etwas Besonderem, nicht Alltäglichem, mit eigener Aura. Sie sind in sich gekehrt, versunken, sie sind nicht laut, nicht kommunikativ. Sinnbilder für das Menschliche.
Ausstellung vom 22. August bis 13. September 2026 im Spitäle
Eröffnung am Freitag, 21. August 2026 um 19 Uhr
Gertrud Fiala




Eugen Wilhelm


Hilde Würtheim





Theaterleben zwischen Naschmarkt und Torturm
Der 1926 im österreichischen Linz als Josef Pichler geborene Veit Relin war von 1976 bis 2013 als Theatermacher und Schauspieler Herz und Motor des Torturmtheaters in Sommerhausen. In dieser Zeit hat er nicht nur das unterfränkische Kulturleben maßgeblich geprägt, sondern das Torturmtheater zu einer bundesweit beachteten Kulturinstitution aufgewertet.
Der früh vielseitig begabte Relin stand bereits mit 12 Jahren als Statist am Landestheater Linz auf der Bühne. Er sah sich fortan als Schauspieler und besuchte noch während des Zweiten Weltkrieges das Max Reinhardt-Seminar in Wien. Sein Debüt gab er 1945 in Innsbruck als Spieleansager bei einer Aufführung des »Jedermann«. Es folgten Engagements an zahlreichen großen Bühnen, unter anderem wurde er zweimal ans Burgtheater berufen. Gleichzeitig studierte er Malerei bei Prof. Herbert Boeckl an der Wiener Kunstakademie und zeigte seine Werke in Ausstellungen. Bereits 1957 präsentierte das vielversprechende Talent seine Gemälde auf der großen Biennale für junge Malerei in Paris. Das hätte der Beginn einer großen Karriere als Maler sein können, aber Relin gründete 1960 in Wien das Ateliertheater am Naschmarkt mit sensationellen Aufführungen unter anderem nach Werken von Kokoschka und Picasso. Er brach mit einer Aufsehen erregenden Inszenierung von Baal, den er selbst spielte, den Brecht-Bann in Österreich und entdeckte mit der »Pfarrhauskomödie« Heinrich Lautensack wieder. Nach 1967 arbeitete er zunehmend für das aufkommende Fernsehen und machte Theatertourneen unter anderem mit seiner damaligen Ehefrau Maria Schell.
Mitten in dieses erfolgreiche Künstlerleben platzte 1976 das Angebot als Nachfolger des verstorbenen Luigi Malipiero das Torturmtheater in Sommerhausen zu übernehmen. Erneut gab Relin seine Lebenspläne auf und zog an den Main. In den folgenden Jahrzehnten machte er aus der vielleicht kleinsten Bühne Deutschlands einen weit überregional bekannten Ort für Ur- und Erstaufführungen des zeitgenössischen Theaters, die häufig auch im Fernsehen übertragen wurden. Nach Relins Tod 2013 führte seine Ehefrau Angelika das Torturmtheater mit sehr großem Engagement und Erfolg bis 2025/26 weiter.
Die Ausstellung unter dem einem Gedicht Relins entnommenen Titel »Kunst und so, pi – pa – po« aus Anlass des 100. Geburtstages des vielseitigen Künstlers versucht den »ganzen« Veit Relin mit ausgewählten, meist noch aus seinem persönlichen Besitz stammenden Exponaten in der Kunstgalerie der VKU im Würzburger Spitäle lebendig werden zu lassen. Gezeigt werden Rollenfotos, Textbücher und andere Dokumente aus dem Leben des jungen Schauspielers unmittelbar nach 1945 sowie Kostüme und Originalobjekte aus der Zeit des Theaters am Naschmarkt. Darunter ist ein Brief von Oskar Kokoschka an den »Meisterregisseur« Relin. Es folgen Beispiele für sein heute nahezu unbekanntes Werk als Maler aus den 1950er/60er Jahren und Plakate seiner Ausstellungen. Bis zuletzt war Veit Relin ein begnadeter, um nicht zu sagen inspirierter Aktzeichner. Aus diesem Genre werden ausgewählte Exponate zu sehen sein, ebenso wie etliche der Porträts jener Menschen, denen Relin im Laufe seines Lebens begegnet ist und die ihm etwas bedeutet haben. Dazu gehören der Wiener Akademieprofessor Herbert Boeckl, Oskar Kokoschka, Joachim Schlotterbeck aus Würzburg, die Scherenschneiderin Baronin von Freyberg oder natürlich auch Joseph Versl, mit dem ihn und seine Frau Angelika eine tiefe Freundschaft verband. Davon kündet ein spätes, nie öffentlich gezeigtes Doppelporträt Versls. Das TTT, seine Aufführungen mit und unter Veit Relin sowie der Ort Sommerhausen wird in einem umfangreichen Kapitel mit Originalen lebendig. Ein besonderes Ereignis im Leben des Künstlerpaares war 1989 die Expedition nach Kenya, wo Relin in Masai Mara bemerkenswerte Tierstudien vor der Natur gelangen. Der Liebe zu »Gelei«, wie Veit Relin seine Frau stets genannt hat, wird in der Ausstellung ebenfalls ein Kapitel gewidmet werden. Die Ausstellung soll so spontan und intensiv werden, wie Veit Relin gelebt und gearbeitet hat. Deshalb dürfen auch Bild- und Tonclips nicht fehlen.
Zur Ausstellung wird ferner ein 132-seitiges, lebendig gestaltetes Begleitwerk erscheinen, in dem neben Texten von Angelika Relin und Anneliese Euler sowie von Erich Schneider auch autobiographische Erinnerungen des »Linzer Gastarbeiters« Veit Relin zu lesen sein werden.
Ausstellung vom 19. September bis 4. Oktober 2026 im Spitäle
Eröffnung am Freitag, 18. September 2026 um 19 Uhr






