Uigurische Resilienz zwischen Sichtbarkeit, Erinnerung und Exil
Was bleibt von Heimat, wenn man sie nicht mehr betreten kann? Wie lässt sich Identität weitertragen, wenn Sprache, Rituale, Musik und Erinnerung unter Druck geraten? Und was bedeutet Sichtbarkeit, wenn sie zugleich Schutz und Gefährdung bedeuten kann?
To Carry a Homeland nähert sich diesen Fragen ausgehend von der uigurischen Diaspora in Istanbul. Im Zentrum der studentischen Arbeit steht das Leben im Exil als ein Raum zwischen Verlust und Weitertragen, zwischen Fragilität und Widerstand. Dort, wo Herkunft nicht einfach bewahrt werden kann, sondern im Alltag immer wieder neu gelebt, erinnert und verkörpert werden muss.
Die Ausstellung bewegt sich entlang von Spuren kultureller Kontinuität: in Gesten, Klängen, Bildern, Räumen und Erzählungen. Sie versteht Exil nicht nur als Erfahrung der Entwurzelung, sondern auch als Ort der Selbstbehauptung, als einen Zustand, in dem Heimat nicht verschwindet, sondern in veränderter Form weitergetragen wird.
Entstanden im Rahmen einer Masterarbeit, verbindet das Projekt dokumentarische, visuelle und räumliche Ansätze zu einer Annäherung an fragile Sichtbarkeit: an das Spannungsfeld zwischen öffentlichem Zeigen und notwendigem Schutz, zwischen persönlicher Erinnerung und kollektiver Erfahrung. So öffnet To Carry a Homeland einen Raum für Wahrnehmung, Empathie und die Frage, wie eine bedrohte Kultur im Exil weiterlebt.
Mitwirkende am Projekt:
Regie, Produktion, Ausstellungsleitung: Melda Ahmetoğlu
Regie: Franziska Heinemann
Kamera: Manuel Tröndle
Fotografie: Alexander Draheim
Schnitt: Marco Riedl
Künstlerische Mitarbeit: Camilla Dilshat
Produktionsunterstützung: Boxfish
Ausstellung vom 26. Juni bis 5. Juli 2026 im Tivoli-Pavillon.






