Harald Knobling: »Architekturen«


SpitäleFenster vom 1. Juli bis 31, August 2022


In den gezeigten Arbeiten setzt sich der Künstler mit Möglichkeiten der Darstellung von Architektur unter verschiedenen Perspektiven und Aspekten auseinander. Es geht ihm um Fläche, Raum, Konstruktion sowie um Licht und Farbe in Wechselwirkung mit realer Architektur. Dies ist Anlass zur Darstellung von analogen Bildarchitekturen durch Rhythmen und Kraftlinien, durch Positiv- und Negativräume. Architekturmalerei ist es nicht im abbildhaften Sinn, es ist ein Perspektivwechsel mit den Augen des Malers. Distanz und Nähe verändern ihr Verhältnis, der Raum verliert zugunsten der Fläche an Bedeutung. Der Wechsel von Fern- und Nahsicht ist, auch metaphorisch, ein Spiel zum Entdecken unserer Welt?
Ganz konkret bezieht er sich auf die Kuppel des Reichstags in Berlin, einem Werk des britischen Architekten Sir Norman Foster.
Wie mit einem Zoom nähert sich der Maler den Architekturelementen, nimmt sie aus ihrem konstruktiven Zusammenhang und gibt ihnen eine neue Bedeutung in seinem eigenen Bildkontext. Dies ist sein Weg vom realistischen Abbild hin zur Abstraktion und letztlich zur Konkretion. Ausgehend von realer Architektur entstehen gegenstandlos scheinende Gemälde und Zeichnungen mit spezifischen Gesetzmäßigkeiten.