Wasser ist allgewärtig und bleibt doch oft unbeachtet – bis es fehlt, verschmutzt ist und so seine Selbstverständlichkeiten verliert. Wie Wasser besitzt auch Glas eine faszinierende Ambivalenz: Beide tragen transparent, wandelbar, spiegeln ihrer Umgebung und erscheinen zugleich kraftvoll wie zerbrechlich.
In ihren Glasobjekten setzt sich Franca Tasch mit dieser besonderen Beziehung auseinander und macht Eigenschaften sichtbar, die beide Materialien miteinander teilen. Glas wird dabei weit mehr als ein Werkstoff – es wird zum Medium, das Geschichten erzählt und Unsichtbares sichtbar macht.
Ausgehend von Ästhetik des Wassers entstehen Objekte, die aktuelle gesellschaftliche- und ökologische Fragen aufgreifen. Sie thematisieren den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen, den Einfluss des Menschen auf Umwelt und Klima sowie die Zerbrechlichkeit unseres Ökosystems. Dabei verbindet Franca Tasch Ernsthaftigkeit mit feinem Humor. Wortspiele, überraschende Details und augenzwinkernde Inszenierungen eröffnen neue Blickwinkel und laden dazu, ein Bekanntes neu zu betraten.
Die Arbeit von Franca Tasch bewegen sich zwischen Poesie und Kritik, Schönheit und Mahnung. Sie schaffen Raum für Reflexion, Dialog und Neugier – und zeigen, wie Glas durch seine Vielschichtigkeit zum Spiegel unserer Gesellschaft werden kann.
Zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit entsteht ein Spannungsfeld, das bestehende Wahrnehmungsmuster hinterfragt und neue Perspektiven eröffnet.
Trotz der Ernsthaftigkeit der behandelten Themen durchzieht die Arbeit ein feiner bisweilen ironischer Humor. Anspielungen, überraschende Details und subtile Bildideen schaffen Momente des Innehaltens und eröffnen einen simplen Zugang zu komplexen Zusammenhängen. So entstehen Glasobjekte, die nicht nur ästhetische Objekte sind, sondern Denkräume eröffnen – zwischen Wasser und Glas, Schönheit und Zerbrechlichkeit, Faszination und Verantwortung.
Ausstellung vom 18. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 im Tivoli-Pavillon.
Eröffnung am Samstag, 19. Dezember von 15 bis 18 Uhr
Eisschnitzen, Punsch & Geschichten zu den Objekten am Samstag, 9. Januar 2027 von 15 bis 18 Uhr
für Kinder & Erwachsene
Gefrorenes Wasser – Eis lebt. Es knackt, schimmert, schmilzt und verändert sich mit jedem Augenblick. Gemeinsam sägen, schnitzen und kratzen wir an großen und kleinen Eisblöcken. Dabei entstehen Objekte, die nicht bleiben, sondern sich schon im nächsten Moment wieder verändern. Diesem kurzen, faszinierenden Moment geben wir Raum – beim gemeinsamen tun, im Gespräch und bei einer warmen Tasse Punsch für kalte Hände.


